Aufgewachsen im Ruhrgebiet war meine frühe Umgebung von Industrie und Grau geprägt. Damals wurde meine Sehnsucht nach Farbe und Natur geweckt. Bis heute ist die Natur für mich eine unverzichtbare Kraftquelle, ein Ort, an dem ich zur Ruhe komme, Stille erlebe und tiefe Berührung. Ich spüre Verbundenheit und Zusammenhänge, die mich tragen und ordnen. In der Natur erlebe ich ein stilles Vertrauen, als Teil von etwas Größerem. Diese Erfahrung führt mich zu mir selbst zurück. Mein tiefes Bedürfnis ist es, diese Erfahrung mit meiner Malerei erlebbar und gesammelte Eindrücke sichtbar zu machen. Der von Geschwindigkeit und Reizüberflutung geprägten Gegenwart setze ich meine Malerei entgegen: als Ort der Ruhe, der Konzentration und der Zuversicht. Mit meiner Malerei möchte ich der Schönheit und Harmonie Ausdruck verleihen. Malerei ist für mich eine unmittelbare Form der Kommunikation – eine Sprache für das Unsagbare. Dabei spricht die Farbe für sich, sie will nicht verstanden, sondern erfahren werden.

 

Ich male abstrakte Bilder, kleinformatige Papierarbeiten und großformatige Leinwände. Mich fasziniert das Zusammenspiel von Farbe, ihr Klang und ihre Wirkung: Welche Beziehungen gehen die Farben ein, wie entfaltet sich die größtmögliche Leuchtkraft, wie entstehen Harmonie und Spannung. Indem ich diese Beziehungen erforsche, entsteht ein eigener Bildraum, ein persönlicher Kosmos. Meine Formsprache ist organisch, geprägt von amorphen und runden Formen. Die Bilder entstehen aus einer fortwährenden Suche – nach einem Ziel, das nicht definiert ist und dennoch trägt. Im Prozess des Malens stellen sich mir Fragen, die untersucht werden wollen und nach Antworten verlangen. So wird die Malerei zu einem Raum, in dem Licht, Farbe und Zuversicht sichtbar werden. Meine Arbeiten bewegen sich zwischen Spannung und Harmonie, zwischen Dunkelheit und Helligkeit. Licht erstrahlt im Dunkel. Es geht um Beziehung, Begegnung und die Suche nach Ursprung, Ordnung und Verbindung. Mich interessiert, was zwischen den sichtbaren Dingen ist, was sich nur andeuten, aber nicht benennen lässt.

 

Meine kleinformatigen Arbeiten entstehen auf Papier. Hier kommen neben Acrylfarbe auch Stifte, Ölkreiden und Gouache zum Einsatz. Für Collagen integriere ich Papiere. In meinen großformatigen Arbeiten arbeite vorwiegend mit Acrylfarbe auf Leinwand. Wenn ich male, habe ich kein klar definiertes Ziel vor Augen. Das Bild entsteht im Prozeß. Aus einem spontanen Impuls heraus setze ich den ersten Pinselstrich. Dann beginne ich zu experimentieren, indem ich Farbe hinzufüge oder auch wieder wegnehme. Ich reagiere auf neu entstehende Farben und Formen, Farbfluss, Materialveränderung. Das Bild wächst, nimmt Form, Struktur und Tiefe an. Spontane Geste und Zufall wechseln sich ab mit gezielter und überlegter Reaktion. Im Gegensatz zu den großformatigen Arbeiten, die mehr Zeit und räumlichen Abstand benötigen, kann ich mich bei der Arbeit auf kleinen Formaten stärker von spontanen Impulsen leiten lassen. Aufgrund der Größe lassen sie einen flüssigen Arbeitsprozess zu. Ich arbeite immer parallel an mehreren Arbeiten, um mich nicht auf ein Bild zu fixieren. Somit entstehen Pausen und Raum, die einen frischen Blick ermöglichen.